Die Haut – vor allem ein sinnliches Organ!

Sie ist unser größtes und zugleich das schwerste Organ, die Haut. Wenn es möglich wäre, „aus der Haut zu fahren“ und diese zu wiegen, wären wir erstaunt, denn sie wiegt bis zu 10 kg, obwohl sie so dünn ist und ausgebreitet bis zu 2 Quadratmetern groß.

Sie hat vielfältige Aufgaben, schützt unseren Körper vor Druck und Stößen und dem Eindringen von Wasser, Schmutz, UV-Strahlen sowie Mikroben, den Bakterien oder Viren. Hätten wir keine Haut, würde der Körper etwa 20 Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren. Außerdem reguliert die Haut den Wärmehaushalt des Körpers. Sie wird auch etwa alle 27 Tage einmal komplett ausgetauscht, also die oberste Zellschicht der gesamten Körperoberfläche.

In allen drei Hautschichten befinden sich Sinneszellen, die Rezeptoren. Sie nehmen Reize von außen auf, diese werden als elektrische Impulse an das Rückenmark weitergeleitet, dieses wiederum „meldet“ dem Gehirn, was „draußen“ passiert.

Jedoch befinden sich nicht an jeder Körperstelle gleich viele Rezeptoren. Die höchste Rezeptorendichte haben wir an den Fingerkuppen, den Lippen, der Zunge und unseren erogenen Zonen.

Den Anfang, das Ende und Änderungen von Berührungen spüren wir zunächst durch unsere Körperbehaarung.

Wenn wir uns stoßen, wird unser Gehirn von den Merkel-Zellen in der Epidermis oder den Ruffini-Körperchen in der Lederhaut über die Druckveränderung informiert. Vibrationen empfangen die Vater-Pacini-Körperchen in der Unterhaut und Schmerzsignale werden von freien Nervenenden verarbeitet.

Mit der Haut beginnt jede Erotik – im übrigen schon bei der allerersten Berührung.

Ihre Haut kommuniziert, ob Sie das wollen oder nicht. Zum einen rein optisch-und den Duftdrüsen, die Botschaften versenden, die ihr Gegenüber wahrnehmen kann.

Die Düfte unserer Haut geben Auskunft über unsere immunologischen Kennzeichen, denn dadurch soll verhindert werden, daß sich Menschen paaren, die sich hinsichtlich ihrer Immunstruktur zu ähnlich sind. Denn Kinder aus so einer Beziehung hätten eine verringerte immunologische Vielfalt und wären anfälliger für Krankheiten.

Und da Sexualität eben immer noch das Ziel verfolgt, die Art zu erhalten, kann uns die Natur bei der Partnerwahl einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen.

Denn ihr Traumpartner kann noch so toll sein – wenn Sie ihn nicht riechen können (oder er sie nicht), wird daraus einfach nichts.

So  gesehen, auch wenn uns das nicht so gefällt, leben wir immer noch in der Steinzeit.

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